Hämorrhoiden: Behandlung, Symptome und Ursachen - was kann man tun?

In unserer heutigen Welt sind Hämorrhoiden ein Tabuthema. Viele Menschen haben aufgrund ihres Schamgefühls Probleme damit zum Arzt zu gehen und sich behandeln zu lassen. Dennoch sind Hämorrhoiden nichts Ungewöhnliches in unserer heutigen Gesellschaft, denn etwa jeder Zweite leidet einmal in seinem Leben an vergrößerten Hämorrhoiden. Anatomisch gesehen besitzt sogar jeder Mensch Hämorrhoiden, jedoch wissen es die meisten Menschen nicht, da diese sich erst bemerkbar machen, wenn sie anschwellen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Wir werden Ihnen diesem Artikel erklären, wie es zu einem sogenannten Hämorrhoidalleiden kommt, wie sie an bestimmten Symptomen erkennen, ob sie betroffen sind, und, wie eine erfolgreiche Behandlung von zu Hause oder von einem Experten ablaufen sollte. Welche Form einer Hämorrhoiden Behandlung sie nutzen sollten, ist ganz abhängig von dem Stadium, in dem sie sich befinden.

 

Was sind Hämorrhoiden?Was sind Hämorrhoiden? - Ein Überblick

Hämorrhoiden sind im Grunde genommen nichts anderes als Schwellkörper, die mit Blut versorgt werden und zum Feinverschluss des Enddarms dienen. Hämorrhoiden haben außerdem die Funktion, dem Schließmuskel bei größeren Belastungen zu helfen, unseren Darmausgang verschlossen zu halten, wenn wir beispielsweise niesen, husten oder etwas Schweres heben müssen. Sie haben also ihre ganz normalen Funktionen im Körper und sind wichtig für unser Darmsystem. Probleme bereiten Hämorrhoiden erst dann, wenn sich das Blut in den Venen staut und die Gefäßpolster anschwellen. Ärzte und Experten sprechen in diesem Fall von einem sogenannten Hämorrhoidalleiden. Die Gründe dafür sind beispielsweise der heutige schnelle Lebensstil, ungesunde und schnelle Ernährung, sowie Bewegungsmangel und Übergewicht. Früher war es oft bekannt, dass ältere Menschen von Hämorrhoiden betroffen sind, jedoch leiden heute auch viele jüngere Menschen darunter.

 

Verlauf - Die vier Stadien

Aufgrund des Verlaufs der Hämorrhoiden und ihren unterschiedlichen Symptomen, je nach Schweregrad, teilen Mediziner diese in vier unterschiedliche Stadien ein. Während Hämorrhoiden im Grad 1 kaum Probleme bereiten und oft gar nicht bemerkt werden, können Sie im 4. Grad starke Schmerzen und Blutungen auslösen. Wir erklären Ihnen kurz, welche Symptome in den jeweiligen Stadien auftreten und wie sie somit erkennen können, in welchem Grad sich ihre Hämorrhoiden befinden.

 

Hämorrhoiden Grad 1

Im ersten Grad werden Hämorrhoiden oft gar nicht bemerkt und liefern in der Regel nur sehr leichte Beschwerden. Der Arzt kann sie nur mithilfe eines Proktoskops (Spiegelung des Analkanals) feststellen. Ansonsten treten eventuell leichte Blutspuren am Toilettenpapier auf, die allerdings keine wirklichen Schmerzen oder Beschweren mit sich bringen. Wer die Hämorrhoiden in diesem Grad bereits erkennen kann hat großes Glück, da sie sich relativ leicht behandeln lassen und somit nicht weiter anschwellen können.

 

Hämorrhoiden Grad 2

In diesem Stadium können die Knoten erste Beschwerden auslösen und sie treten beim Stuhlgang mit aus dem Analkanal heraus. Anschließend ziehen sie sich jedoch von allein wieder zurück und sind dann nicht von außen sichtbar. Die Betroffenen verspüren manchmal Schmerzen, während des Stuhlgangs oder erkennen Blut am Toilettenpapier. Auch kann es vorkommen, dass sich ein Jucken im Analbereich bemerkbar macht oder ein Nässen eintritt.

 

Hämorrhoiden Grad 3

In diesem Stadium lassen sich die Hämorrhoiden zwar mit dem Finger zurück in den Analkanal drücken, jedoch ziehen sie sich nun nicht mehr von allein zurück. Jetzt können die ersten wirklich unangenehmen Beschwerden beim Stuhlgang entstehen. Schmerzen und Brennen sind oft keine Seltenheit mehr und bei einigen Patienten entsteht das Gefühl, dass sie sich nicht richtig entleert haben.

 

Hämorrhoiden Grad 4

Im letzten und finalen Hämorrhoidengrad lassen sich die Knoten nicht mehr in den After zurückdrängen und Betroffene haben oft dauerhaft das Gefühl, sich nicht entleert zu haben. Außerdem verursachen die Hämorrhoiden nun fast immer starke Schmerzen beim Stuhlgang, es kann zu Beschwerden beim Sitzen und zu einem starken Juckreiz durch Ekzeme der Haut kommen. Normalerweise hilft in diesem Stadium nur noch ein operativer Eingriff und der Patient muss dringend seine Gewohnheiten (Ernährung etc.) ändern, um nicht wieder erneut betroffen zu sein.

 

Ursachen

Die Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden können sehr vielseitig sein. Jedoch gibt es bestimmte Faktoren, die sich bei den meisten Menschen dafür verantwortlich sind, dass sie an Hämorrhoiden leiden. Wer beispielsweise sehr lange Zeit auf der Toilette verbringt und häufig beim Stuhlgang pressen muss, begünstigt die Bildung der vergrößerten Knoten ungemein. Nach einer Faustregel sollte der Stuhlgang nicht länger als 60 Sekunden dauern und im Idealfall von allein, ohne pressen ablaufen. Außerdem nehmen viele Menschen zu wenige Ballaststoffe mit ihrer Nahrung zu sich. Ein geringer Ballaststoffgehalt in der Ernährung führt zu einem sehr festen und harten Stuhlgang, was wiederum starkes Pressen beim Abtransport mit sich bringt. Flüssigkeitsmangel ist ein weiterer sehr wichtiger Punkt, den viele Menschen vergessen. In Kombination können diese beiden Faktoren häufig zu einer Verstopfung führen, die wiederum sehr oft ein Hämorrhoidalleiden als direkte Folge hat. Aufgrund der Verstopfung müssen die Betroffenen sehr stark pressen. Man spricht dann von einer Verstopfung, wenn der Patient weniger als 2-3 Mal pro Woche zur Toilette geht. Auch ein schwaches Bindegewebe, dass zum Beispiel genetische Ursachen haben kann, kann ein Leiden begünstigen.

 

Bewegungsmangel ist eine häufige Ursache für verschiedene Krankheiten der heutigen Zeit und auch bei Hämorrhoiden spielt er eine große Rolle. Der Blutfluss wird stark eingeschränkt und somit kann sich das Blut deutlich besser in den Venen des Analbereiches stauen. Sollten Sie eine sitzende Berufstätigkeit ausführen, empfiehlt es sich, ab und an eine Bewegungspause einzulegen. Eine weitere nicht ungewöhnliche Ursache für Hämorrhoiden ist die Schwangerschaft. Viele Frauen haben während ihrer Schwangerschaft mit Gewichtszunahme und starkem Druck auf die Gefäße im unteren Bereich der Hüfte zu kämpfen. Aufgrund der Hormonumstellung dehnen sich Gefäße leichter und somit wird ein Blutstau in den Hämorrhoiden begünstigt. Auch das Pressen während der Geburt führt nicht selten dazu, dass Frauen nach ihrer Schwangerschaft an vergrößerten Hämorrhoiden leiden. Zum Glück lassen sich diese in solchen Fällen recht gut behandeln, da ihre Auslöser im Fall einer Schwangerschaft nur von kurzer Dauer sind.

 

Die Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden im Überblick:

  • Ballaststoffmangel in der Ernährung
  • Allgemein ungesunde und nicht abwechslungsreiche Ernährung
  • Flüssigkeitsmangel
  • Schwangerschaft und Geburt (besonders beim Pressen entsteht ein starker Druck auf die Gefäße)
  • Starkes Pressen auf der Toilette
  • Seltene Bewegung (oft aufgrund sitzender Berufstätigkeiten)
  • Verstopfung, die oft eine Folge der Ernährung ist

 

Symptome der HämorrhoidenSymptome

Oft spüren die Betroffenen, besonders in den Anfangsstadien, die Hämorrhoiden so gut wie gar nicht. Sie hinterlassen allerdings bestimmte Symptome, die mit der Steigerung des Hämorrhoidengrads zunehmen und sich verschlimmern können. Zu Beginn werden häufig leichte hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier bemerkt, die einige Menschen in Panik geraten lassen. Allerdings gibt es bei den Blutungen einige wichtige Punkte zu beachten. Wenn das Blut hellrot ist, kann man sagen, dass es arteriell ausgetreten ist, was auf eine Blutung der Hämorrhoiden zurückzuführen ist. Sollte das Blut allerdings eine dunkelrote oder sogar schwarze Farbe aufweisen, liegt höchstwahrscheinlich eine andere Krankheit vor, die dringend von einem Arzt geklärt werden muss. In einem solchen Fall sollten sie Ruhe bewahren und nicht in Panik geraten, da es sehr viele Gründe dafür geben kann und die meisten nicht unbedingt etwas Schlimmes verbergen.

 

Im weiteren Verlauf verspüren Hämorrhoidenpatienten häufig einen unangenehmen Juckreiz im Bereich des Afters. Dieser entsteht, weil die austretende Analnässe nicht mehr von den vergrößerten und undichten Hämorrhoiden zurückgehalten werden kann und somit ein Ekzem in der Analfalte entsteht oder zum Beispiel, weil die Afterhaut durch das ständige reiben mit dem trockenen Toilettenpapier gereizt wird. Auch ein Brennen kann dann entstehen und die entzündeten Hämorrhoiden können dadurch noch weiter gereizt werden. Zudem kommt es immer häufiger zu einem unangenehmen Geruch, weil die nässende Flüssigkeit aus dem Enddarm austritt. Umso größer die Hämorrhoiden werden, desto stärker kann sich dieses Symptom ausbilden. Im 3. Grad der Hämorrhoiden kommt es oft dazu, dass die Patienten ständig das Gefühl haben, sich nicht richtig entleert zu haben. Das liegt an den aus dem After heraustretenden Knoten, die einen Verschluss des Schließmuskels verhindern.

 

Auch kann ein Druck entstehen und die Betroffenen schieben die Knoten dann oft mit den Fingern zurück in den Analkanal, um das unangenehme Gefühl zu unterbinden. Im letzten Grad kann es dann immer häufiger zu diesem Gefühl kommen, das such die Knoten nun nicht mehr in den Analkanal zurückschieben lassen. Sie sind jetzt zu groß und verursachen in der Regel besonders starke Schmerzen während des Stuhlgangs, die sich in einem Stechen und anschließendem Brennen beschreiben lassen. Die Patienten empfinden dieses Gefühl als sehr unangenehm, weil nun auch das abwischen der sowieso schon stark gereizten Haut mit Toilettenpapier noch größere Schmerzen verursacht und auch weitere Hautreizungen und Ekzeme fördern kann. In einigen seltenen Fällen kommt es vor, dass Betroffene keine Probleme durch vergrößerte Hämorrhoiden bekommen und diese deshalb nicht zwingend behandelt werden müssen.

 

Die Symptome im Überblick:

  • Hellrote Blutrückstände am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl, manchmal auch leichtes Bluttropfen aus dem Analkanal, dass am Anfang meist schmerzlos verläuft
  • Stuhlschmieren und austretende Flüssigkeiten (Analsekrete)
  • Unangenehme Gerüche
  • Rückstände in der Unterwäsche
  • Fremdkörpergefühl am After (ständig das Gefühl, dass man sich nicht richtig entleert hat)
  • Juckreize und Hautrötungen (auch Ekzeme)
  • Brennen im Analbereich
  • Stechende Schmerzen im Analbereich, während des Stuhlgangs

 

Komplikationen

Es kann passieren, dass es durch die vergrößerten Knoten der Hämorrhoiden zu einigen Komplikationen kommt, die andere Erkrankungen und Symptome begünstigen. So kann es beispielsweise sein, dass die Hämorrhoiden beim austreten aus dem Analkanal eingeklemmt werden und somit ein Blutstau entsteht. Dieser Blutstau wird auch Thrombose genannt und eine Thrombose kann in den einzelnen Hämorrhoidenknoten entstehen, sowie starke Schmerzen, Schwellungen und Blutungen verursachen. Man spricht in diesem Fall jedoch nicht von einer Perianalthrombose, die damit häufig verwechselt wird. Eine Perianalthrombose entsteht aus einem venösen Blutstau in den Gefäßen am Afterrand und steht in keinem Fall mit den Hämorrhoiden in Verbindung. Diese Erkrankungen werden nur oft miteinander verwechselt, weil sie für den Leihen ähnliche Symptome hervorrufen und sich die Knubbel im Analbereich genauso anfühlen. Ein weiteres Problem, dass durch Hämorrhoiden begünstigt werden kann, ist ein Analekzem. Dieses entsteht durch die starke Reizung und die Belastung im Analbereich. Ein Ekzem kann wiederum eine Analfissur begünstigen. Eine Analfissur ist im Grunde nichts anderes als ein kleiner Riss in der Analschleimhaut.

 

Diese Fissuren verursachen Schmerzen beim Stuhlgang und werden ebenfalls häufig mit Hämorrhoiden verwechselt, weil sie Jucken, Brennen und leichte Blutungen zur Folge haben. Sollten die Hämorrhoiden in besonders schlimmen Fällen sehr lange Bluten, kann dies außerdem zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Natürlich findet eine solche Diagnose nur in den wenigsten Fällen statt, allerdings finden wir es wichtig darauf hinzuweisen. Wenn sie also des Öfteren eine Blutung im Analbereich verspüren, die durch die Hämorrhoiden ausgelöst wird, sollten sie sich diesbezüglich unbedingt von einem Arzt beraten lassen. Sollten die Hämorrhoiden in einem sehr weiten und ausgebreiteten Stadium auftreten, kann es außerdem zu einer Stuhlinkontinenz führen, wobei es passieren kann, dass der Stuhlgang nicht mehr vollständig kontrolliert werden kann. Umso länger die Kontinenz des Stuhlgangs unterbrochen wird, desto eher entsteht daraus eine chronische Stuhlinkontinenz. Auf Analsex sollte während eines Hämorrhoidalleidens vollständig verzichtet werden, da dieser dazu führen kann, dass die gereizten und entzündeten Knoten noch stärker verletzt werden. Außerdem entstehen dadurch eventuell weitere Blutungen, die für beide Sexpartner sehr unangenehm sind.

 

Ärztliche Untersuchung und Diagnose

Den meisten Menschen ist die Untersuchung beim Arzt sehr unangenehm, weil es um ein Thema geht, dass in der heutigen Gesellschaft als peinlich dargestellt wird. Jedoch ist die ärztliche Einsicht etwas Wichtiges, besonders wenn es darum, schlimmere Krankheiten auszuschließen, wie beispielsweise Darmkrebs. Bevor sie versuchen selbst daran herumzudoktorn, lassen sie sich professionell untersuchen, damit sie im Endeffekt nicht die falsche Erkrankung behandeln. Andere Krankheiten, die hinter einigen Hämorrhoiden Symptomen stecken können sind beispielsweise:

  • Pilzinfektionen
  • Perianalthrombosen
  • Abszesse
  • Ekzeme
  • Analfissuren
  • Darmkrebs (bei Blut im Stuhl)

 

Pflegen sie aufgrund dieser Verwechslungsmöglichkeiten keine falsche Scham und überwinden sie sich, zum Arzt zu gehen. Dieser wird sich intensiv mit ihrem Problem auseinandersetzen und einige Untersuchungen vornehmen. Zusätzlich wird er Ihnen einige Fragen stellen, wie beispielsweise, wie lange sie schon unter den Symptomen leiden, sowie welche Symptome überhaupt auf sie zutreffen. Auch können ihm Fragen zu ihrer beruflichen Situation oder zu Ernährungsgewohnheiten dabei helfen herauszufinden, ob sie an Hämorrhoiden leiden. Das wichtigste ist jedoch der physische Test, bei dem der Arzt mit seinem Finger vorsichtig den Analkanal begutachtet. Er untersucht die Analschleimhaut und die Schließmuskulatur und kann dadurch oft schon feststellen, ob Hämorrhoiden die Ursache für die Beschwerden sind.

 

Für eine genauere Untersuchung wird ihr Hausarzt sie zu einem Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologe) weiterleiten. Dieser kann den Enddarm noch besser untersuchen und bekommt genauere Rückschlüsse zur Diagnose. Die üblichste Untersuchung, die der Proktologe vornimmt ist eine Analkanalspiegelung (Proktoskopie). Bei dieser Untersuchung wird der Arzt ein kleines Rohr, das mit einer Kamera behaftet ist, in den After einführen. Mithilfe dieses Röhrchens kann er die Analschleimhaut untersuchen und genau sehen, ob Hämorrhoiden oder andere Erkrankungen vorliegen. Des Weiteren kann eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie) oder in besonderen Fällen, wie zum Beispiel beim Verdacht auf Darmkrebs, auch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) erfolgen. Diese Untersuchungen werden ähnlich wie die Proktoskopie durchgeführt. Der Vorgang, bei dem das Proktoskop in den After eingeführt wird, klingt im ersten Moment sehr unangenehm und schmerzhaft, ist aber in der Regel ohne besondere Komplikationen durchführbar.

 

Behandlung von HämorrhoidenBehandlung

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, mit denen man ein Hämorrhoidalleiden behandeln kann. Dabei spielt, vor allem die Dauer und das Stadium (Grad 1 bis 4) eine große Rolle und ist davon abhängig, für welche Art der Behandlung der Arzt oder sie sich entscheiden. Es gibt unzählige Möglichkeiten und deshalb ist es so wichtig besonders früh mit der Behandlung zu beginnen, denn in der Regel werden die Behandlungen bei zunehmendem Stadium unangenehmer. Im Anfangsstadium greifen die meisten Patienten auf eine herkömmlich Hämorrhoiden-Salbe aus der Apotheke zurück und Zäpfchen sind am Anfang sehr gängig. Hausmittel und alternative Heilmethoden finden bei vielen Befürwortern der Alternativmedizin Anklang und auch homöopathische Mittel werden zur Behandlung von Hämorrhoiden eingesetzt. Wenn die Hämorrhoiden ein erweitertes Stadium erreichen, wie beispielsweise Hämorrhoiden-Grad 2 – 3, dann erfolgen häufig Verödungstherapien oder Gummibandligaturen, um die Hämorrhoiden zu entfernen. Sollte es dazu kommen, dass die Hämorrhoiden sich so lange unbehandelt entwickeln können, dass sie den Grad 4 erreichen und dauerhaft aus dem After ragen, ist häufig ein chirurgischer Eingriff notwendig. Bei diesem werden die Hämorrhoiden klassisch entfernt und die normalen körperlichen Gegebenheiten sind wiederhergestellt. In diesem Abschnitt werden wir ihnen die verschiedenen Behandlungsmethoden etwas genauer vorstellen, damit sie genau wissen, welche Möglichkeiten es gibt. Ihr Arzt kann dann bei der Entscheidung der jeweiligen Therapie helfen und ihnen erklären, welche für ihren individuellen Fall am besten ist.

 

Salben, Cremes und Zäpfchen

Zu Beginn eines Hämorrhoidalleidens, wenn die Symptome noch sehr leicht sind, kann man sich schnelle Abhilfe mit Salben oder Zäpfchen verschaffen. Diese enthalten verschiedene Wirkstoffe, wie beispielsweise Hamamelis (Zaubernuss) und helfen dabei, die Symptome wie Juckreiz, Brennen und Nässen einzudämmen. Besonders gut hilft der Wirkstoff Hamamelis zur Hemmung der Entzündungen im Analbereich. Dies verschafft Ihnen Ruhe und hindert daran ständig am After zu kratzen. Die Hämorrhoiden Zäpfchen werden genau wie normale Zäpfchen in den After eingeführt und können, beispielsweise über Nacht angewendet werden. Sie bekämpfen ebenfalls Symptome und Entzündungen und sind besonders zur passiven Behandlung (während man schläft) sehr hilfreich. Es gibt auch die Möglichkeit vom Arzt eine kortisionshaltige Salbe zu bekommen, jedoch sollten sie diese nicht über einen längeren Zeitraum anwenden, da sie die Haut verletzlicher macht und somit zu Schäden in der Analschleimhaut führen kann. Sollten sie mithilfe der Salben, innerhalb von einer Woche, keine bemerkbaren Verbesserungen erreichen, dann wird es Zeit einen Arzt aufzusuchen und eine Behandlung mit diesem durchzuführen.

 

Die Behandlung durch den Arzt

Sollte die betroffene Person, mithilfe der rezeptfreien Medikamente, keine Besserungen verspüren, kommt es in der Regel zu einer Behandlung durch den Facharzt (Proktologe). Je nach Stadium entscheidet dieser zu einer der herkömmlichen Behandlungsmethoden. Bei Hämorrhoiden im 1. und 2. Grad, findet häufig eine Verödung der Hämorrhoiden statt. Im 2. bis 3. Grad kommt entscheidet man oft zu einer Gummibandligatur und ab dem 3. Grad kann es sein, dass ein chirurgischer Eingriff vorgenommen werden muss. Besonders dann, wenn die Hämorrhoiden sehr stark ausgeprägt sind und keine Besserung zu sehen ist, wird dieser Vorgang häufig genutzt. Die verschiedenen Methoden werden ambulant (bei chirurgischen Eingriffen auch stationär) durchgeführt und werden von Krankenkassen übernommen.

 

Wie funktioniert die Verödung (Sklerosierungstechnik)?

Um die Hämorrhoiden veröden zu können, spritzt der Arzt ein Mittel in die Gefäßzuflüsse, welches dafür sorgt, dass das Gewebe schrumpft und sich verfestigt. Dieser Vorgang hat zur Folge, dass sich die Blutgefäße verkleinern und somit in den Enddarm zurückziehen.

 

Wann wird eine Verödung angewandt?

Diese Methode wird vor allem dann genutzt, wenn die Hämorrhoiden sich im Anfangsstadium befinden und noch keine sehr starken Symptome hervorrufen (Grad 1 – 2).

 

Wie läuft eine Gummibandligatur ab?

Bei dieser Methode bindet der Arzt die Hämorrhoiden mithilfe eines Gummibands ab. Das hat zur Folge, dass die Hämorrhoidenknoten nach einiger Zeit absterben und vom Körper abgestoßen werden. In der Regel verläuft dieser Vorgang schmerzfrei.

 

Wann wird eine Ligatur (Abbindung) angewandt?

Insbesondere Bei Hämorrhoiden 2. Grades oder auch 3. Grades, wenn die Hämorrhoiden noch nicht zu groß ausgeprägt sind, findet die Gummibandligatur ihre Anwendung.

 

Chirurgisches Verfahren (Hämorrhoiden Operation)

In einigen schweren Fällen kann es sein, dass der Patient nicht mehr um eine Operation herumkommt. Das passiert beispielsweise dann, wenn die Hämorrhoiden ab dem 3. Grad lange unbehandelt bleiben und sich so stark ausgebreitet haben, dass sie sich mit anderen Behandlungen nicht mehr vollständig beseitigen lassen.

 

Wie läuft eine klassische Operation ab?

Der Chirurg entfernt die Hämorrhoiden in diesem Fall und stellt die herkömmliche Anatomie des Analkanals wieder her. Dieser Vorgang wird von Ärzten und Chirurgen als Hämorrhektomie bezeichnet. Es wird zwischen drei verschiedenen Operationen unterschieden. Beim offenen Verfahren bleibt die Wunde vollständig geöffnet und wird nicht vernäht, während beim halboffenen und geschlossenen Verfahren eine Wunde zum Teil oder vollständig verschlossen wird. Es gibt noch ein weiteres Verfahren, das immer häufiger angewandt wird: Die sogenannte Stapler-Operation. Bei der Stapler-Operation entfernt der Arzt den Teil der vergrößerten Hämorrhoiden und fixiert den übrigen Teil an der Analschleimhaut. Die Operationen sind in der Regel die schmerzhafteste Variante, um vergrößerte Hämorrhoiden zu entfernen.

 

Besonders nach der Operation, wenn die Betäubung nachlässt, sollte man weitere Schmerzmittel einnehmen, die man vom Arzt verschrieben bekommt, um das unangenehme Gefühl zu beseitigen. So kommt es zum Beispiel vor, dass die behandelten Personen beim Stuhlgang oder beim Sitzen Schmerzen verspüren und dadurch Probleme im Alltag haben. Nach einigen Tagen sind diese Schmerzen jedoch vorüber und der Patient kann seinem normalen Alltag wieder nachgehen. Das einzige Problem bei einer Operation ist, dass der Schließmuskel in sehr seltenen Fällen beschädigt werden kann und die Patienten somit eventuell nicht mehr richtig kontrollieren können, wann der Stuhlgang erfolgt. Wie schon gesagt, das Risiko ist relativ gering, allerdings finden wir es wichtig an dieser Stelle darauf hinzuweisen. Lassen sie sich vorher sehr gut von ihrem Arzt beraten, um die passende Methode für ihre Situation zu finden und vertrauen sie auf dessen Rat, da er eben ihre spezifische Situation am aller besten einschätzen kann.

 

Wann wird eine chirurgische Operation angewandt?

Meist wird dieses Verfahren bei schweren Hämorrhoiden im 4. Stadium genutzt, um dem Patienten schnelle Besserungen zu bringen.

 

Hausmittel gegen HämorrhoidenHämorrhoiden Hausmittel als Unterstützung

Es gibt eine Vielzahl an unterstützenden Hausmitteln, die von vielen Hämorrhoiden Patienten angewendet werden und die dementsprechend gute Ergebnisse liefern. Diese Hausmittel können unter anderem dabei helfen die Entzündungen einzudämmen, den Juckreiz zu stoppen und sogar Blutungen und Schmerzen zu beseitigen. In der Regel werden diese Mittelchen nicht von Ärzten unterstützt, es gibt jedoch jede Menge Erfahrungsberichte, bei denen ehemalige Hämorrhoiden-Patienten davon berichten, mit Aloe Vera oder Hamamelis selbst nachhelfen konnten. Fest steht allerdings, dass diese Hausmittel nicht dazu dienen die Ursachen der vergrößerten Hämorrhoiden zu beseitigen. Sie können damit lediglich ihre Symptome lindern, ähnlich wie es bei herkömmlichen Cremes und Zäpfchen aus der Apotheke der Fall ist. Einige dieser Hausmittel wollen wir ihnen dennoch auflisten.

 

Beliebte Hausmittel im zur Linderung der Symptome sind:

  • Hamamelis (Zaubernuss) – ebenfalls in vielen Salben enthalten
  • Aloe Vera (wirkt entzündungshemmend)
  • Einchenrinde (z.B. in Verbindung mit Sitzbädern)
  • Honig
  • Jojobawachs (zur Linderung des Juckreizes)
  • Flohsamenschalen (als Ballaststoffquelle)

 

Es gibt noch jede Menge weitere Hausmittel gegen Hämorrhoiden, jedoch wollen wir beim Inhalt dieses Artikels auf einen kleinen Teil dieser beschränken. Es gibt außerdem noch einige Tipps die sie während einer Hämorrhoiden Behandlung beachten sollten, wir werden ihnen einige dieser Tipps im weiteren Verlauf einige dieser Tipps vorstellen, die nicht nur während einer Behandlung helfen, sondern auch zur Vorbeuge, um nicht erneut von Hämorrhoiden betroffen zu sein.

 

Vorbeugen

Es gibt einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, wenn man den Hämorrhoiden voraus sein möchte, denn Hämorrhoiden kommen nicht einfach zufällig. Aufgrund ganz bestimmter Ursachen gibt es genauso bestimmte Regeln, an die man sich halten sollte, um das Risiko stark zu senken. Die zwei Basismaßnahmen zur Vorbeuge, sind ein regelmäßiger Stuhlgang und genügend Ballaststoffe in der Ernährung. Außerdem sollte man zusätzlich ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um eine Verstopfung zu vermeiden. Wasser in Verbindung mit ausreichend Ballaststoffen lösen in der Regel die häufigste Hämorrhoiden Ursache. Man sollte etwa 30 – 40 g am Tag zu sich nehmen. Anzufinden sind Ballaststoffe vor allem in folgenden Nahrungsmitteln:

  • Obst (mit Schale)
  • Vollkornprodukten (Dinkel, Hafer, Mais, Roggen, Gerste)
  • Verschiedene Gemüsesorten (Broccoli, Kohlsorten, Wirsing, Möhren)
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen)
  • Trockenfrüchte (Datteln, Feigen, Pflaumen)

 

Man kann zusätzlich auf Flohsamenschalen zurückgreifen, wenn man Probleme damit hat, genügend dieser Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Flohsamenschalen sind im Grunde genommen nichts anderes als pure Ballaststoffe. Sie können mit Wasser aufgequollen werden und anschließend getrunken werden.

 

Weitere Tipps zur Vorbeuge:

  • Verzichten sie häufiger auf Lebensmittel, die eine Verstopfung begünstigen können. Dazu zählen unter anderem: Weißbrot, Süßigkeiten, weiße Nudeln, sowie weißer Reis. Auch Softdrinks sind nicht unbedingt förderlich für eine gute Verdauung, da sie enorm viel Zucker enthalten
  • Greifen sie nicht auf Abführmittel zurück. Dieser Punkt klingt widersprüchlich, jedoch erkennen sie bei regelmäßiger Einnahme nicht mehr, wie ihr Darm ohne diese Mittel zurechtkommt und wie stark die Verstopfung ist. (Wenn dann nur in Absprache mit dem Arzt)
  • Versuchen sie Ihren Darm an eine regelmäßige Stuhlentleerung zu gewöhnen, indem sie immer zur etwa gleichen Tageszeit zur Toilette gehen.
  • Vermeiden sie starkes Pressen beim Stuhlgang
  • Treiben sie regelmäßig leichten Sport. Dieser Vorgang bringt den Darm in Schwung und ist gut gegen Verstopfung, sowie positiv für eine gute Durchblutung.
  • Vermeiden sie Übergewicht.
  • Trinken Sie ausreichend. Empfehlenswert sind etwa 1,5 – 2,5 Liter am Tag, je nach Größe und Körpergewicht.

 

Fazit

Wir haben nur alles zum Thema Hämorrhoiden geklärt, damit Sie genau wissen was Sie tun können und welche Möglichkeiten es gibt. Das wichtigste ist, dass Sie mithilfe eines Arztes, so schnell wie möglich herausfinden, in welchem Stadium Sie sich befinden, ob es sich tatsächlich um Hämorrhoiden handelt und welche Hämorrhoiden-Behandlung für Sie die richtige ist. Vermeiden Sie lange Wartezeiten und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, denn dann wird die Behandlung schneller, leichter und angenehmer verlaufen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und vor allem viel Gesundheit.

© haemorrhoiden-selbst-behandeln.com

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