Hämorrhoiden: Behandlung, Symptome und Ursachen - was kann man tun?

In unserer heutigen Welt sind Probleme rund um Hämorrhoiden ein Tabuthema. Für viele Menschen ist es schlichtweg unangenehm, über dieses Unbehagen zu erzählen – selbst, wenn der Gesprächspartner der Arzt ist, der schon tausendfach ein solches Problem behandelt hat. Und das ist nur verständlich, denn immerhin ist der After ein sehr intimer Körperbereich.

 

Dennoch: Hämorrhoiden sind nichts Ungewöhnliches. Jeder Zweite leidet im Durchschnitt einmal in seinem Leben an vergrößerten Hämorrhoiden, welche zu Schmerzen im Alltag und „beim großen Geschäft“ führen.

In diesem Text geben wir Ihnen einen ausführlichen Überblick, was es mit Hämorrhoidalleiden auf sich hat:

 

    • Welche Umstände führen zu angeschwollenen Hämorrhoiden?
    • Welche Symptome weisen auf Hämorrhoiden hin?
    • Wann muss ein Experte ran?

 

Was sind Hämorrhoiden?Was sind Hämorrhoiden? - Ein Überblick

Eigentlich sind Hämorrhoiden nichts Schlimmes, da jeder von uns welche besitzt. Problematisch wird es nur, wenn diese aus verschiedenen Gründen anschwellen. Lassen Sie uns einen Blick auf die biologischen Eigenschaften werfen. Tatsächlich ist es sogar so, dass gesunde Hämorrhoiden enorm wichtig sind. Es handelt sich nämlich um Schwellkörper, die mit Blut versorgt werden und zum Feinverschluss des Enddarms dienen. Sie haben außerdem die Funktion, den Schließmuskel bei stärkeren Belastungen (Husten, Niesen, schwer heben, Durchfall) richtig verschlossen zu halten.

 

Probleme bereiten Hämorrhoiden erst dann, wenn sich das Blut in den Venen staut und die Gefäßpolster anschwellen. Die Gründe sind stets die gleichen: Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung, schnelles Essen und Stress (mehr dazu später). Eine Altersgrenze gibt es nicht. Sowohl ältere, als auch jüngere Menschen sind davon betroffen, wobei der Anteil bei den älteren etwas höher ist.

 

Verlauf - Die vier Stadien des Hämorrhoidalleidens

Aufgrund des Verlaufs der Hämorrhoiden und ihren unterschiedlichen Symptomen, je nach Schweregrad, teilen Mediziner diese in vier unterschiedliche Stadien ein. Während Hämorrhoiden im Grad 1 kaum Probleme bereiten und oft gar nicht bemerkt werden, können Sie im 4. Grad starke Schmerzen und Blutungen auslösen. Wir erklären Ihnen kurz, welche Symptome in den jeweiligen Stadien auftreten, sodass Sie erkennen können, in welchem Grad sich Ihre Hämorrhoiden befinden.

 

Hämorrhoiden Grad 1

Im ersten Grad werden Hämorrhoiden oft gar nicht bemerkt und liefern in der Regel nur sehr leichte Beschwerden. Der Arzt kann sie nur mithilfe eines Proktoskops (Spiegelung des Analkanals) feststellen. Ansonsten treten eventuell leichte Blutspuren am Toilettenpapier auf, die allerdings keine wirklichen Schmerzen oder Beschwerden mit sich bringen. Wer die Hämorrhoiden in diesem Grad bereits erkennen kann, hat großes Glück, da sie sich relativ leicht behandeln lassen und nach einer Hämorrhoiden Behandlung nicht weiter anschwellen können.

 

Hämorrhoiden Grad 2

In zweiten Stadium können die Knoten erste Beschwerden auslösen und treten beim Stuhlgang durch den Druck aus dem Analkanal heraus. Anschließend ziehen sie sich jedoch von allein wieder zurück. Die Betroffenen verspüren manchmal Schmerzen, während des Stuhlgangs oder erkennen Blut am Toilettenpapier. Auch kann es vorkommen, dass sich ein Jucken im Analbereich bemerkbar macht oder ein Nässen eintritt.

 

Hämorrhoiden Grad 3

Das dritte Stadium wird nun tückischer. Zwar lassen sich die Hämorrhoiden mit dem Finger zurück in den Analkanal drücken, jedoch ziehen diese sich nicht mehr von allein zurück. Jetzt entstehen die ersten wirklich unangenehmen Beschwerden. Schmerzen und Brennen sind keine Seltenheit mehr und der Stuhlgang wird stets vom Gefühl begleitet, sich nicht richtig entleert zu haben. Hier wird oftmals schon eine äußere Hämorrhoiden Behandlung notwendig sein

 

Hämorrhoiden Grad 4

Im letzten Hämorrhoiden Grad lassen sich die Knoten nicht mehr in den After zurückdrängen und Betroffene haben in der Regel dauerhaft das Gefühl, sich nach dem Stuhlgang nicht richtig entleert zu haben. Der Grund dafür ist, dass die Hämorrhoiden so stark angeschwollen sind, dass sie gegen den Reizpunkt des Afters drücken, welcher signalisiert, dass dieser entleert werden muss. Außerdem werden die Schmerzen beim Stuhlgang immer stärker und selbst das Sitzen kann durch Juckreize und Ekzeme zu einer Tortur werden. Normalerweise hilft in diesem Stadium nur noch ein operativer Eingriff für die äußere Hämorrhoiden Behandlung und der Patient muss dringend seine Gewohnheiten (Ernährung etc.) ändern, um nicht wieder erneut betroffen zu sein.

 

Ursachen für Hämorrhoidalleiden

Bei Menschen, die angeschwollene Hämorrhoiden haben, zeichnet sich fast immer ein gleiches Ursachenmuster ab. Wir erklären Ihnen alle Ursachen im Folgenden genauer:

 

Falsche Menge an Ballaststoffen

Eine zu ballaststoffreiche oder eine zu ballaststoffarme Ernährung steht an erster Stelle. Zu wenig Ballaststoffe erschweren es dem Darm, Abfallstoffe angenehm in Richtung After zu führen. Zu viele Ballaststoffe wiederum wirken verstopfend und machen den Stuhl so hart, dass starkes Pressen notwendig ist. Merken Sie sich: Starkes Pressen lässt Hämorrhoiden anschwellen!

 

Zu wenig wasserhaltige Nahrung

Zu wenig wasserhaltige Nahrung bzw. Wasser ist ein weiterer Punkt. Ist die Nahrung zu trocken (was aufgrund von Kochen, Backen usw. häufig der Fall ist), ist Verstopfung ebenfalls vorprogrammiert und der Druck auf die Hämorrhoiden wächst. Wenn Sie weniger als 2-3 Mal pro Woche Stuhlgang haben, ist die Verstopfung bereits gefährlich. Prinzipiell haben Sie aber auch dann Verstopfung, wenn Sie schlichtweg fühlen, dass Ihre Darmentleerung nicht richtig von Statten geht.

 

Bewegungsmangel

Ohne Bewegung ist unser Blutfluss eingeschränkt. Das führt auch dazu, dass weniger Blut im After und in den Hämorrhoiden zirkuliert. Sollten Sie eine sitzende Berufstätigkeit ausführen, empfiehlt es sich auf jeden Fall, ab und zu eine Bewegungspause einzulegen.

 

Schwangerschaft (kurzfristig)

Eine weitere nicht ungewöhnliche Ursache für Hämorrhoiden ist die Schwangerschaft. Viele Frauen haben während ihrer Schwangerschaft mit Gewichtszunahme und starkem Druck auf die Gefäße im unteren Bereich der Hüfte zu kämpfen. Aufgrund der Hormonumstellung dehnen sich Gefäße leichter und somit wird ein Blutstau in den Hämorrhoiden begünstigt. Auch das Pressen während der Geburt führt nicht selten dazu, dass Frauen nach ihrer Schwangerschaft an vergrößerten Hämorrhoiden leiden. Zum Glück lassen sich diese in solchen Fällen recht gut behandeln oder mit einer gesunden Ernährung wieder im Einklang bringen, da ihre Auslöser im Fall einer Schwangerschaft nur von kurzer Dauer sind. Bei Problemen können Sie gerne den Frauenarzt ansprechen, weil dieser weiß, wie eine Hämorrhoiden Behandlung in der Schwangerschaft aussehen muss.

Die Ursachen für ein Hämorrhoidalleiden im Überblick:

 

    • Ballaststoffmangel oder zu viele Ballaststoffe in der Ernährung
    • Allgemein ungesunde und nicht abwechslungsreiche Ernährung
    • Flüssigkeitsmangel
    • Schwangerschaft und Geburt (besonders beim Pressen entsteht ein starker Druck auf die Gefäße)
    • Starkes Pressen auf der Toilette
    • Seltene Bewegung (oft aufgrund sitzender Berufstätigkeiten)
    • Verstopfung, die oft eine Folge der Ernährung ist

 

SymptomeSymptome der Hämorrhoiden

Am Anfang spüren Betroffene ihre angeschwollenen Hämorrhoiden so gut wie gar nicht. Allerdings weisen einige Kleinigkeiten auf eine leichte Schwellung hin. Die Symptome verstärken sich natürlich, je größer diese wird. In diesem Abschnitt zeigen wir Ihnen genau, woran Hämorrhoiden bemerkt werden.

 

Blutspuren

So werden zu Beginn häufig leichte hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier bemerkt, die einige Menschen in Panik geraten lassen. Achten Sie hier auf die Farbe! Wenn das Blut hellrot ist weiß man, dass es arteriell ausgetreten ist, was auf eine Blutung der Hämorrhoiden zurückzuführen ist. Sollte das Blut allerdings eine dunkelrote oder sogar schwarze Farbe aufweisen, liegt höchstwahrscheinlich eine andere Krankheit vor, die dringend von einem Arzt geklärt werden muss.

 

Juckreize am After

Im weiteren Verlauf verspüren Hämorrhoidenpatienten häufig einen unangenehmen Juckreiz im Bereich des Afters. Dieser entsteht, weil die austretende Analnässe nicht mehr von den vergrößerten und undichten Hämorrhoiden zurückgehalten werden kann und somit ein Ekzem in der Analfalte begünstigt. Ein anderer Grund ist, dass die Afterhaut durch das regelmäßige Reiben mit dem trockenen Toilettenpapier gereizt wird.

 

Unangenehmer und merkwürdiger Geruch am After

Zudem kommt es immer häufiger zu einem unangenehmen Geruch, weil die nässende Flüssigkeit aus dem Enddarm austritt. Umso größer die Hämorrhoiden werden, desto stärker kann sich dieses Symptom ausbilden. Im 3. Grad der Hämorrhoiden kommt es oft dazu, dass die Patienten ständig das Gefühl haben, sich nicht richtig entleert zu haben. Das liegt an den aus dem After heraustretenden Knoten, die einen Verschluss des Schließmuskels verhindern. 

 

Schwellkörper treten aus

Im letzten Grad kommt es letztendlich dazu, dass sich die Knoten nicht mehr in den Analkanal zurückschieben lassen. Sie sind zu groß und verursachen in der Regel besonders starke Schmerzen während des Stuhlgangs, die sich mit einem „Stechen“ und anschließendem Brennen beschreiben lassen. Selbst das Abwischen wird zur Qual, weil das Toilettenpapier stark reizend wirkt und es die Bildung von Ekzemen fördert.

Die Symptome im Überblick:

 

    • Hellrote Blutrückstände am Toilettenpapier oder auf dem Stuhl, manchmal auch leichtes Bluttropfen aus dem Analkanal, dass am Anfang meist schmerzlos verläuft
    • Stuhlschmieren und austretende Flüssigkeiten (Analsekrete)
    • Unangenehme Gerüche
    • Rückstände in der Unterwäsche
    • Fremdkörpergefühl am After (ständig das Gefühl, dass man sich nicht richtig entleert hat)
    • Juckreize und Hautrötungen (auch Ekzeme)
    • Brennen im Analbereich
    • Stechende Schmerzen im Analbereich, während des Stuhlgangs

 

Wenn Hämorrhoiden andere Krankheiten begünstigen

Es kann passieren, dass es durch die vergrößerten Knoten der Hämorrhoiden zu einigen Komplikationen kommt, die andere Erkrankungen und Symptome begünstigen.

 

Blutstau

So kann es beispielsweise sein, dass die Hämorrhoiden beim Austreten aus dem Analkanal eingeklemmt werden und somit ein Blutstau entsteht – die Rede ist von Thrombose. Die Symptome sind zwar die gleichen wie bei der sogenannten Perianalthrombose (Brennen, Jucken, Blutungen, Druckgefühl), allerdings entsteht diese durch einen venösen Blutstau, während der durch Hämorrhoiden begünstigte Blutstau arteriell ist.

 

Analfissur

Ein weiteres Problem, dass durch Hämorrhoiden provoziert werden kann, ist ein Analekzem. Dieses entsteht durch die starke Reizung und die Belastung im Analbereich. Ein Ekzem kann wiederum zu einer Analfissur führen. Eine Analfissur ist ein kleiner Riss in der Analschleimhaut – schmerzhaft und gefährlich! Denn aus einem Riss in der Analschleimhaut kann sich aufgrund der Fäkalbakterien schnell einer schlimmere Entzündung bilden.

 

Stuhlinkontinenz

Dies ist wohl das schrecklichste Szenario! Sind die Hämorrhoiden in einem fortgeschrittenen Status, kann der Schließmuskel mitsamt des gesamten Afterbereichs seine Funktionsfähigkeit einbüßen. Die Folge: Sie können Ihren Stuhl nicht mehr einhalten. Umso länger die Kontinenz des Stuhlgangs unterbrochen wird, desto eher entsteht daraus eine chronische Stuhlinkontinenz. Deswegen ist mit Hämorrhoiden im 3. Und 4. Grad nicht zu spaßen, vor allem, wenn Sie diese bereits länger mit sich herumtragen.

 

Ärztliche Untersuchung und Diagnose

Den meisten Menschen ist die Untersuchung beim Arzt sehr unangenehm. Jedoch ist die ärztliche Einsicht besonders im Bereich des Afters nahezu unumgänglich, wenn Probleme auftreten. Das Risiko einer schlimmeren Erkrankung ist es einfach nicht wert, sich vor einem Arztbesuch zu drücken. Bevor Sie versuchen, sich selbst zu diagnostizieren und zu behandeln, lassen sie sich lieber professionell untersuchen. Nicht immer sind es Hämorrhoiden, die beispielsweise zu Blutungen führen oder ähnliche Symptome fördern. Es können ebenso folgende Krankheiten in Frage kommen:

 

    • Pilzinfektionen
    • Perianalthrombosen
    • Abszesse
    • Ekzeme
    • Analfissuren
    • Darmkrebs (bei Blut im Stuhl)

 

Schämen Sie sich nicht, beim Arzt stets die Wahrheit zu sagen. Vor allem in Bezug auf die Dringlichkeit und die Dauer Ihrer Symptome.  Besteht Bedarf für eine genauere Untersuchung, wird Ihr Hausarzt Sie zu einem Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologe) weiterleiten. Die üblichste Untersuchung, die der Proktologe vornimmt, ist eine Analkanalspiegelung (Proktoskopie). Bei dieser Untersuchung wird der Arzt ein kleines Rohr, das mit einer Kamera behaftet ist, in den After einführen. Mithilfe dieses Röhrchens kann er die Analschleimhaut untersuchen und genau sehen, ob Hämorrhoiden oder andere Erkrankungen vorliegen.

 

Des Weiteren kann eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie) oder in besonderen Fällen, wie zum Beispiel beim Verdacht auf Darmkrebs, auch eine Dickdarmspiegelung (Koloskopie) erfolgen. Diese Untersuchungen werden ähnlich wie die Proktoskopie durchgeführt. Der Vorgang, bei dem das Proktoskop in den After eingeführt wird, klingt im ersten Moment sehr unangenehm und schmerzhaft, ist jedoch vollkommen frei von Komplikationen durchführbar.

 

Behandlung von HämorrhoidenHämorrhoiden Behandlung

Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, mit denen man ein Hämorrhoidalleiden behandeln kann. Dabei spielt vor allem die Dauer und das Stadium (Grad 1 bis 4) eine große Rolle und ist davon abhängig, für welche Art der Hämorrhoiden Behandlung der Arzt oder Sie sich entscheiden. Im Anfangsstadium (Grad 1) greifen die meisten Patienten auf eine herkömmlich Hämorrhoiden-Salbe aus der Apotheke zurück. Auch Zäpfchen sind ein beliebtes Mittel. Wenn die Hämorrhoiden ein erweitertes Stadium (Grad 2 und 3) erreichen, erfolgen fast schon zwangsläufig Verödungstherapien oder Gummibandligaturen, um die Hämorrhoiden zu entfernen.

 

Im 4. Grad sind nicht nur die Symptome, sondern auch die Hämorrhoiden Behandlung heikler. So wird ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dieser klingt zwar sehr „stark“, allerdings sind Sie anschließend vollkommen beschwerdefrei, weil auch die Schwellung verschwunden ist. Sie tun jedoch gut daran, jene Ursachen, die zum Hämorrhoidalleiden geführt haben, aus Ihrem Alltag zu eliminieren, um einen Rückfall zu vermeiden. Hausmittel, Homöopathie und alternative Heilmethoden finden bei vielen Befürwortern der Alternativmedizin viel Anklang und eröffnen ein komplett neues Feld der Möglichkeiten. Hier sind Heilpraktiker eine erste Anlaufstelle.

 

Hinweis: Auf Analsex sollte während eines Hämorrhoidalleidens vollständig verzichtet werden, da dieser dazu führen kann, dass die gereizten und entzündeten Knoten noch stärker verletzt werden. Außerdem entstehen dadurch eventuell weitere Blutungen, die für beide Sexpartner sehr unangenehm sind. Lassen Sie uns einen genaueren Blick auf die vielen verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten werfen.

 

Salben, Cremes und Zäpfchen (eignet sich für Grad 1)

Salben und Zäpfchen enthalten verschiedene Wirkstoffe wie beispielsweise Hamamelis (Zaubernuss) und helfen dabei, die Symptome wie Juckreiz, Brennen und Nässen, sowie Entzündungen einzudämmen. Dies verschafft Ihren After die Zeit und Ruhe, um wieder abzuheilen – vorausgesetzt Ihr Lebensstil begünstigt nicht zeitgleich das Wachstum der Hämorrhoiden. Zäpfchen werden indes in den After eingeführt und können über Nacht angewendet werden. Sie bekämpfen ebenfalls Symptome und Entzündungen und sind besonders zur passiven Hämorrhoiden Behandlung (während man schläft) sehr hilfreich.

 

Falls Sie aggressivere Behandlungsformen bevorzugen, können Sie vom Arzt eine kortisonhaltige Salbe bekommen. Diese sollten Sie jedoch nicht über einen längeren Zeitraum anwenden, da sie die Haut langfristig verletzlicher macht und somit Schäden in der Analschleimhaut provoziert. Die Maximalanwendungsdauer sollte rund 1 Woche betragen.

 

Die Verödung (Sklerosierungstechnik)

Um die Hämorrhoiden veröden zu können, spritzt der Arzt ein Mittel in die Gefäßzuflüsse, welches dafür sorgt, dass das Gewebe schrumpft und sich verfestigt. Dieser Vorgang hat zur Folge, dass sich die Blutgefäße verkleinern und somit in den Enddarm zurückziehen. Diese Methode wird vor allem dann genutzt, wenn die Hämorrhoiden sich im Anfangsstadium befinden und noch keine sehr starken Symptome hervorrufen (Grad 1 – 2).

 

Die Gummibandligatur

Bei dieser Methode bindet der Arzt die Hämorrhoiden mithilfe eines Gummibands ab. Das führt dazu, dass die Hämorrhoidenknoten nach einiger Zeit absterben und vom Körper abgestoßen werden. In der Regel verläuft dieser Vorgang schmerzfrei und macht Sie auch auf Dauer beschwerdefrei. Insbesondere bei Hämorrhoiden 2. Grades oder auch 3. Grades, wenn die Hämorrhoiden noch nicht zu groß ausgeprägt sind, findet die Gummibandligatur ihre Anwendung.

 

Chirurgisches Verfahren (Hämorrhoiden Operation)

In einigen schweren Fällen kann es sein, dass der Patient nicht mehr um eine Operation herumkommt. Das passiert beispielsweise dann, wenn die Hämorrhoiden ab dem 3. Grad lange unbehandelt bleiben und sich so stark ausgebreitet haben, dass sie sich mit anderen Behandlungen nicht mehr vollständig beseitigen lassen. Auch im 4. Grad sind operative Eingriffe praktisch obligatorisch. Der Chirurg entfernt die Hämorrhoiden in diesem Fall und stellt die herkömmliche Anatomie des Analkanals wieder her (Fachbegriff: Hämorrhektomie). Es wird zwischen drei verschiedenen Operationen unterschieden: Offen, halboffen und geschlossen. Beim offenen Verfahren bleibt die Wunde vollständig geöffnet und wird nicht vernäht, während beim halboffenen und geschlossenen Verfahren eine Wunde zum Teil oder vollständig verschlossen wird.

 

Darüber hinaus gibt es noch ein viertes Verfahren, das immer häufiger angewandt wird: Die sogenannte Stapler-Operation. Bei der Stapler-Operation entfernt der Arzt den Teil der vergrößerten Hämorrhoiden und fixiert den übrigen Teil an der Analschleimhaut. Operationen im Allgemeinen sind in der Regel die schmerzhafteste Variante, um vergrößerte Hämorrhoiden zu entfernen. Besonders nach der Operation, wenn die Betäubung nachlässt, sind Schmerzmittel fast schon notwendig. Nach einigen Tagen sind diese Schmerzen jedoch vorüber und der Patient kann seinem normalen Alltag wieder nachgehen.

 

Hinweis: Bei Operationen besteht das geringe Risiko, dass der Schließmuskel langfristig geschädigt wird. Das wiederum kann zu teilweiser Inkontinenz und zu chronischen Afterschmerzen führen. Das Risiko ist klein, aber es existiert. Daher ist schnelles Handeln absolut notwendig.

 

 

Hämorrhoiden Hausmittel als UnterstützungHausmittel gegen Hämorrhoiden

In geringen Stadien sind Hausmittel eine gute Hilfestellung, wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Arztbesuch noch nicht notwendig ist. Diese können unter anderem dabei helfen, die Entzündungen einzudämmen, den Juckreiz zu stoppen und sogar Blutungen und Schmerzen zu beseitigen. In der Regel werden diese Mittelchen nicht von Ärzten unterstützt, es gibt jedoch jede Menge Erfahrungsberichte, bei denen ehemalige Hämorrhoiden-Patienten davon berichten, dass beispielsweise mit Aloe Vera oder Hamamelis ein Rückgang der Entzündung spürbar gewesen ist. Fest steht allerdings, dass diese Hausmittel nicht dazu dienen, die Ursachen der vergrößerten Hämorrhoiden zu beseitigen und somit Hämorrhoiden selbst entfernen zu können. Sie können damit lediglich Ihre Symptome lindern, ähnlich wie es bei herkömmlichen Cremes und Zäpfchen aus der Apotheke der Fall ist. Einige dieser Hausmittel wollen wir Ihnen hier auflisten:

 

    • Hamamelis (Zaubernuss) – ebenfalls in vielen Salben enthalten
    • Aloe Vera (wirkt entzündungshemmend)
    • Eichenrinde (z.B. in Verbindung mit Sitzbädern)
    • Honig
    • Jojobawachs (zur Linderung des Juckreizes)
    • Flohsamenschalen (als Ballaststoffquelle)

  

Hämorrhoiden vorbeugen

Es gibt einige Maßnahmen, die man ergreifen kann, wenn man es erst gar nicht zu angeschwollenen Hämorrhoiden kommen lassen möchte. Die zwei Basismaßnahmen zur Vorbeuge sind regelmäßiger Stuhlgang und eine ausgeglichene Ernährung. Außerdem sollte man zusätzlich ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, um eine Verstopfung zu vermeiden – sowohl in Form von Wasser, als auch in Form von wasserhaltigen Lebensmitteln. Wasser in Verbindung mit dem richtigen Maß an Ballaststoffen lösen in der Regel die häufigste Hämorrhoiden Ursache. Man sollte etwa 30-40 g am Tag zu sich nehmen. Anzufinden sind Ballaststoffe vor allem in folgenden Nahrungsmitteln:

 

    • Obst (mit Schale)
    • Vollkornprodukten (Dinkel, Hafer, Mais, Roggen, Gerste)
    • Verschiedene Gemüsesorten (Broccoli, Kohlsorten, Wirsing, Möhren)
    • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Linsen)
    • Trockenfrüchte (Datteln, Feigen, Pflaumen)

 

Man kann zusätzlich auf Flohsamenschalen zurückgreifen, wenn man Probleme damit hat, genügend dieser Nahrungsmittel zu sich zu nehmen. Flohsamenschalen sind pure Ballaststoffe! Sie können mit Wasser aufgequollen und anschließend getrunken werden. Damit diese jedoch nicht verstopfen, sollten Sie direkt zwei Gläser Wasser hinterhertrinken.

Weitere Tipps zur Vorbeuge:

 

    • Verzichten sie häufiger auf Lebensmittel, die eine Verstopfung begünstigen können. Dazu zählen unter anderem: Weißbrot, Süßigkeiten, Schokolade, weiße Nudeln, sowie weißer Reis. Auch Softdrinks sind nicht unbedingt förderlich für eine gute Verdauung, da sie enorm viel Zucker enthalten und den Magen reizen.
    • Greifen Sie nicht auf Abführmittel zurück. Dieser Punkt klingt widersprüchlich, jedoch spüren Sie bei regelmäßiger Einnahme nicht mehr, wie Ihr Darm ohne diese Mittel zurechtkommt und wie stark die Verstopfung ist (wenn dann nur in Absprache mit dem Arzt).
    • Versuchen Sie Ihren Darm an eine regelmäßige Stuhlentleerung zu gewöhnen, indem Sie immer zur etwa gleichen Tageszeit zur Toilette gehen.
    • Vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang. Wenn nichts kommt, ist Akzeptanz das beste Mittel. Sagen Sie sich: „Es wird schon rauskommen, wenn es rauskommen soll.“ Im Idealfall ist der Stuhlgang ohne Pressen nach 60 Sekunden beendet.
    • Treiben Sie regelmäßig leichten Sport. Bewegung bringt den Darm in Schwung und ist gut gegen Verstopfung, sowie positiv für eine gute Durchblutung.
    • Vermeiden Sie Übergewicht.
    • Trinken Sie ausreichend. Empfehlenswert sind etwa 1,5-2,5 Liter am Tag, je nach Größe und Körpergewicht.

 

Fazit

Wir haben nun alles zum Thema Hämorrhoiden geklärt, damit Sie genau wissen, was Sie tun können und welche Möglichkeiten es gibt. Das wichtigste ist, dass Sie mithilfe eines Arztes so schnell wie möglich herausfinden, in welchem Stadium Sie sich befinden, ob es sich tatsächlich um Hämorrhoiden handelt und welche Hämorrhoiden Behandlung für Sie die richtige ist. Vermeiden Sie lange Wartezeiten und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, denn dann wird die Behandlung schneller, leichter und angenehmer verlaufen. Wir wünschen Ihnen alles Gute und vor allem viel Gesundheit.


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